13 Tipps für professionelle Rezensionen

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Im Rahmen der ersten NetGalley Deutschland Challenge freuen wir uns auf eine wahre Flut an neuen Rezensionen aus der Feder unserer Mitglieder! Im Eifer des Gefechts soll aber eins nicht vergessen werden: Die Qualität von Rezensionen ist noch wichtiger als eine reine Masse an Meinungen und Empfehlungen. Als BuchbloggerInnen und RezensentInnen haben Sie die wichtige Aufgabe, stöbernden LeserInnen wertvolle Tipps zu geben – und können dabei auch noch dem Buch zum Erfolg verhelfen.

Wie Sie über eine reine Inhaltszusammenfassung hinaus ein Buch empfehlen, warum die Strukturierung Ihrer Rezension so wichtig ist und was bei der Zusammenarbeit mit Verlagen zu beachten ist, verraten unsere 13 Tipps für noch bessere Rezensionen!

Mit einem Klick auf den jeweiligen Tipp öffnet sich die ausführliche Erklärung dazu.
(Diese Tipps unserer Community-Managerin Karina Elm sind bereits auf dem Blog „Clever bloggen“ erschienen)

Eine gelungene Rezension gibt einen umfangreichen und vielschichtigen Eindruck vom Buch. Neben der Handlung sollten Sie deswegen zum Beispiel auf die Charaktere und deren Entwicklung, das Setting, die Dialoge und den Schreibstil eingehen. Falls vorhanden, können Sie auch Zeichnungen, Grafiken und Extras (wie z.B. ein Glossar) erwähnen, oder im Fall von Sachbüchern kurz reflektieren, ob die vorgestellten Fakten stimmig sind. Natürlich müssen Sie nicht zu jedem dieser Punkte etwas sagen – aber achten Sie darauf, nicht einseitig zu sein.

Bevor Sie die traumhaft-komplizierte und fesselnde Beziehung der beiden Hauptfiguren analysiern, sollten Sie Ihren LeserInnen ein paar grundsätzliche Infos mit auf den Weg geben: Um welches Buch handelt es sich? Wer hat es geschrieben? Wer hat es übersetzt? In welchem Verlag ist es erschienen? Wie viele Seiten hat es? Und wann ist es erschienen bzw. wann wird es erscheinen? So weiß der/die LeserIn sofort, ob er/sie den Autor bereits kennt und wann er/sie das Buch selbst kaufen und verschlingen kann.

Ob positiv oder negativ – für die LeserInnen der Rezension ist es wichtig, Ihre Meinung nachvollziehen zu können. Erklären Sie also, warum die Hauptfigur Sie sofort in ihren Bann gezogen hat und welche Aspekte des Schreibstils Sie genervt haben – und nutzen Sie zur Verdeutlichung auch mal kurze Zitate aus dem Buch (Achtung: nicht länger als 1-2 Sätze!). Auf diese Weise bieten Sie potentiellen Lesern eine echte Entscheidungsgrundlage und konstruktives Feedback für den/die AutorIn bzw. den Verlag.

Warum liest man eine Rezension? Um danach zu entscheiden, ob man das besprochene Buch lesen sollte oder nicht. Am Ende Ihrer Buchbesprechung sollten Sie deswegen eine klare Leseempfehlung abgeben: Daumen hoch oder runter. Gehen Sie dabei auch auf die verschiedenen Zielgruppen ein: Ist dieser Elfen-Roman etwas für wahre Fantasy-Fans? Muss man hartgesotten sein, um den Thriller zu lesen? Für welche Altersgruppe eignet sich dieses Kinderbuch? Bedenken Sie auch, dass die Leser Ihres Blogs Sie mit der Zeit kennenlernen – sie wissen (und schätzen) Ihre ehrliche Meinung und können einordnen, ob das Buch ihnen ebenfalls gefallen wird oder nicht.

Auch die best-formulierteste Lese-Empfehlung ist umsonst, wenn Sie Ihre LeserInnen nach der Hälfte der Rezension verlieren, weil sie Ihrem Gedanken-Wirrwarr nicht folgen können. Eins nach dem anderen also! Eine gut strukturierte Rezension startet mit einem einleitenden Satz, der die Aufmerksamkeit des Lesers fesselt, und nennt dann schnell die wesentlichen Fakten zum rezensierten Buch. Darauf folgt eine ausführliche Betrachtung des Buches, unterteilt in mehrere Absätze, die jeweils nur einen Aspekt (Handlung, Figuren, Schreibstil etc.) behandeln. Am Ende steht eine kurze Zusammenfassung der Meinung, ein Fazit also. Vor allem das logische Strukturieren der Gedanken ist nicht gerade leicht, es lohnt sich daher, vor dem Schreiben einen kleinen Plan anzulegen.
Weitere Tipps dazu, wie Sie Ihre Rezension ansprechend gestalten, bietet dieser Gastbeitrag zum Storytelling für Buchblogs.

Zu erfahren, dass Ihr Lieblingscharakter stirbt, bevor Sie selbst an dieser Stelle des Buches angekommen sind, ist wie ein Schuss mitten ins Herz, gefolgt von einer großen Leere und plötzlichen Sinnlosigkeit des Weiterlesens. Diese grausame Erfahrung sollten Sie Ihren LeserInnen unbedingt ersparen! Auch der beste Krimi macht keinen Spaß mehr, wenn man schon auf die Auflösung hingewiesen wird. Achten Sie deswegen darauf, nie zu viel von der Handlung eines Buches zu verraten – auch wenn es Ihre Rezension spannender machen würde! Müssen Ihre LeserInnen nach der Hälfte der Rezension ein Gähnen unterdrücken, ist das natürlich auch kein gutes Zeichen. Überflüssige Wiederholungen und unnötige Informationen sollten Sie daher vermeiden.

Dieser Punkt muss eigentlich gar nicht groß erklärt werden: Als Buch-Fans hassen wir wohl alle Texte, die vor Fehlern strotzen. Wir wissen, wie anstrengend das Lesen sein kann, wenn ein Autor die grundsätzlichen Regeln der Groß- und Kleinschreibung nicht beachtet oder unerklärliche Absätze und Umbrüche in den Text einfügt. Das ist bei einer Rezension nicht anders. Lesen Sie deswegen alles Geschriebene noch einmal gründlich Korrektur, bevor Sie es veröffentlichen. Vielleicht holen Sie sich sogar eine/n Freund/in zu Hilfe – wenn ihr oder ihm das Lesen Spaß macht, dann sind Sie auf der sicheren Seite.

Für Ihre Arbeit als professionelle/r RezensentIn ist es von Vorteil, eine gute Beziehung zu Verlagen aufzubauen. Bitten Sie deswegen höflich um Rezensionsexemplare zu einzelnen Titeln, entweder per Mail oder – noch leichter – über NetGalley. Stellen Sie sich und Ihre Bloggertätigkeit vor. So machen Sie es Verlagen leicht, eine Entscheidung über die Vergabe eines Rezensionsexemplars zu fällen.
Übernehmen Sie sich nicht: Fragen Sie am besten immer nur ein oder zwei Bücher bei einem Verlag an. Nur so können Sie sicherstellen, dass Sie Ihre Rezension qualitativ hochwertig und innerhalb eines angemessenen Zeitraums veröffentlichen können.
Und ganz wichtig: Haben Sie auch Verständnis, falls Ihre Anfrage abgelehnt wird. Für manche Bücher ist das Kontingent der Rezensionsexemplare begrenzt oder nur für ausgewählte Personen angedacht. Eine Absage für ein Buch heißt keine generelle Absage von diesem Verlag!
Sie möchten hierzu noch mehr wissen? Unser Beitrag zur Zusammenarbeit zwischen Verlagen und BloggerInnen gibt ausführliche Tipps.

Die meisten Verlage bitten darum, Rezensionen zu neuen Büchern erst etwa 3-4 Tage vor Erscheinungstermin zu veröffentlichen. Sie sollten diese Sperrfrist unbedingt einhalten! Bei genauerem Nachdenken ist der Zeitraum rund um die Veröffentlichung des Buches für das Rezensieren besonders sinnvoll. Denn Ihre Blog-LeserInnen wollen schließlich über aktuelle Neuerscheinungen informiert werden und gleichzeitig nicht noch monatelang auf das Buch warten müssen, wenn sie Ihrer Kaufempfehlung folgen.

Im Internet gelten Gesetze, die Sie beim Bloggen unbedingt beachten müssen. Einerseits sind das die Urheberrechte der von Ihnen präsentierten Inhalte. Nennen Sie also zu Buch-Zitaten immer die Quelle, das gilt auch, wenn Sie den Klappentext (also die vom Verlag geschriebenen Zusammenfassung auf der Rückseite des Buches) zitieren. Das Zeigen des Buch-Covers ist in der Regel in Ordnung, für das Abbilden von Bildern aus dem Buch-Inneren sollten Sie aber immer den Verlag um Erlaubnis bitten.
Rechtlich vorgeschrieben ist außerdem, dass Ihr Blog ein Impressum hat. Es besteht (mindestens) aus den folgenden Angaben: Vor- und Nachname, Anschrift (Straße, Nr, PLZ & Ortsnamen), eine existierende und gültige E-Mail-Adresse.
In einem Gastbeitrag gibt Anwalt und Buchblogger Tilman Winterling noch weitere rechtliche Tipps.

Ein Verlag stellt Ihnen kostenfreie Rezensionsexemplare zur Verfügung, weil er auf Ihr wertvolles Feedback zum Buch hofft sowie auf eine Rezension, die potentielle Leser zum Kauf animiert. Ihr Verhältnis ist ein professionelles, und aus diesem Grund sollten Sie den Verlag auch über das Ergebnis Ihrer Arbeit informieren. Das heißt: Senden Sie ihnen die Rezension bzw. einen Beleg-Link zu Ihrem Blog und auch zu allen anderen Stellen, an denen Sie Ihre Rezension veröffentlichen (Lese-Communities, Seiten der Online-Buchhändler wie Amazon etc.).

Ein Buchblog ist kein Tagebuch – Sie veröffentlichen Rezensionen, damit andere sie lesen (schließlich liegt darin, wie oben erklärt, Ihre wichtigste Aufgabe als BuchbloggerIn). Deswegen sollten Sie aktiv daran arbeiten, Ihr Publikum auszubauen: Kommunizieren und teilen Sie Ihre Beiträge über Facebook, Twitter und Instagram und rufen Sie Ihre BlogleserInnen zum Kommentieren und Diskutieren auf! Das Kommentieren auf anderen Buchblogs und Vernetzen mit anderen BuchbloggerInnen ist ebenfalls ratsam (und macht vor allem Spaß!). Ein weiterer Vorteil: Je größer Ihre Reichweite, desto interessanter sind Sie als Partner für Verlage.

Um einen großen Leserkreis für Ihren Blog aufzubauen, ist es wichtig, dass Sie regelmäßig Rezensionen veröffentlichen. Auch Beiträge zu anderen Buch-bezogenen Themen können Sie gern ab und an einstreuen. So geben Sie Lesern eine Chance, Sie besser kennenzulernen und einzuschätzen, ob sie sich an Ihrer Meinung orientieren können (und wollen) oder nicht. Herrscht monatelang Funkstille, werden sie wohl kaum wieder vorbeischauen. Für die Verlage ist es ebenfalls nicht gerade ein Zeichen Ihrer Zuverlässigkeit als RezensentIn.
Und auch für Ihre Weiterentwicklung als BloggerIn stellt jede neue Rezension eine Bereicherung dar. Schließlich wissen wir alle: Übung macht den Meister!

P.S.: In unserer Rubrik „NetGalley Tipps & Tricks“ veröffentlichen wir immer wieder hilfreiche Artikel mit allerlei Ratschlägen nicht nur zur Nutzung von NetGalley, sondern auch zum erfolgreichen Rezensieren und Bloggen.

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