Buchtipps zum Black History Month 2021

Jedes Jahr im Februar wird weltweit der Black History Month ausgerufen, um auf die Errungenschaften Schwarzer Menschen in der Gesellschaft und Weltgeschichte aufmerksam zu machen. Auch wir wollen dazu beitragen, und zwar auf die beste Art und Weise, die wir kennen: mit Buchempfehlungen! In diesem Monat möchten wir Literatur Schwarzer Autor*innen, die sich mit den Lebensrealitäten Schwarzer Menschen auf der ganzen Welt auseinandersetzen, ganz besonders hervorheben.
Acht ganz fantastische Bücher haben wir zu diesem Anlass im NetGalley-Katalog gefunden und legen Sie Ihnen ans Herz. Und wir hoffen sehr, 2021 einen noch diverseren deutschsprachigen Buchmarkt, mit Fantasy, Krimis oder Liebesromanen von Schwarzen Autor*innen entdecken, lesen und rezensieren zu können!

Wir ermutigen jede und jeden, Bücher von Schwarzen und BIPOC Autor*innen zu lesen, nicht nur in diesem Monat, sondern das ganze Jahr über.

Welche Bücher können Sie empfehlen? Wir freuen uns, auch Ihre Tipps zu lesen!

Viel Spaß beim Stöbern, Entdecken und Lesen wünscht
Ihr NetGalley-Team

Das sind unsere Buchtipps:

Über die Sprengkraft der Diskriminierung

Real Life
von Brandon Taylor

Ein Spätsommerabend bei Freunden, man plaudert und sagt: Wallace könne froh sein, es als einziger Afroamerikaner an der Uni zum Biochemie-Doktoranden gebracht zu haben. Und wer bitte werde noch diskriminiert, weil er Männer liebe? Was Wallace nicht erwidert: Wie es ist, der einzige schwarze Körper in einem weißen Raum zu sein. Keine Sprache zu haben für das, was ihn ausmacht, kein Gegenüber, das die täglichen Hiebe und Stiche kennt. In diesem Sommer will er sein Leben hinter sich lassen.
Mit großer Subtilität legt Brandon Taylor eine Gefühlsschicht nach der anderen frei. Ein aufwühlend intimer, ein gewaltiger Roman!

Ein einzigartiges und vielstimmiges Panorama unserer Zeit

Mädchen, Frau etc.
von Bernardine Evaristo

Die Dramatikerin Amma steht kurz vor dem Durchbruch. In ihrer ersten Inszenierung am Londoner National Theatre setzt sie sich mit ihrer Identität als schwarze, lesbische Frau auseinander. Ihre gute Freundin Shirley hingegen ist nach jahrzehntelanger Arbeit an unterfinanzierten Londoner Schulen ausgebrannt. Carole hat Shirley, ihrer ehemaligen Lehrerin, viel zu verdanken, sie arbeitet inzwischen als erfolgreiche Investmentbankerin. Caroles Mutter Bummi will ebenfalls auf eigenen Füßen stehen und gründet eine Reinigungsfirma. Sie ist in Nigeria in armen Verhältnissen aufgewachsen und hat ihrer Tochter Carole aus guten Gründen einen englischen Vornamen gegeben.
Auch wenn die Frauen, ihre Rollen und Lebensgeschichten in Bernardine Evaristos Mädchen, Frau etc. sehr unterschiedlich sind, ihre Entscheidungen, ihre Kämpfe, ihre Fragen stehen niemals nur für sich, sie alle erzählen von dem Wunsch, einen Platz in dieser Welt zu finden.

»Radikal und behutsam zugleich!« Kübra Gümüsay

WHY WE MATTER – Das Ende der Unterdrückung
von Emilia Roig

Wie erkennen wir unsere Privilegien? Wie können Weiße die Realität von Schwarzen sehen? Männliche Muslime die von weißen Frauen? Und weiße Frauen die von männlichen Muslimen? Die Aktivistin und Politologin Emilia Roig zeigt – auch anhand der Geschichte ihrer eigenen Familie, in der wie unter einem Brennglas Rassismus und Black Pride, Antisemitismus und Auschwitz, Homophobie und Queerness, Patriarchat und Feminismus aufeinanderprallen –, wie sich Rassismus im Alltag mit anderen Arten der Diskriminierung überschneidet. Ob auf der Straße, an der Uni oder im Gerichtssaal: Roig schafft ein neues Bewusstsein dafür, wie Zustände, die wir für „normal“ halten – die Bevorzugung der Ehe, des männlichen Körpers in der Medizin oder den Kanon klassischer Kultur – historisch gewachsen sind. Und dass unsere Welt eine ganz andere sein könnte.

Schamanismus im 21. Jahrhundert

Spirit Hacking – Der Schamanische Schlüssel für ein Leben voller Power, Erleuchtung und innerer Stärke
von Shaman Durek

Er wurde für tot erklärt, da war er 28. Nach einem Nierenversagen hatte Shaman Durek eine Nahtoderfahrung und das Gefühl, sein Körper, sein Geist, seine Seele lösten auf. Diese Erfahrung machte ihn zu dem Menschen, der er heute ist: dem Vorreiter des modernen Schamanismus. In seinem Buch vermittelt er Techniken, die den Menschen einen völlig neuen Zugang zu ihrer eigenen inneren Stärke ermöglichen. Er nimmt seine Leserinnen und Leser furchtlos mit in das, was er „Blackout“ nennt: das Zeitalter der Dunkelheit aus Fake News, Shitstorms, Manipulation, das die Menschheit momentan durchläuft. Er führt den Lesern ihr eigenes Ich so lange und eindringlich vor Augen, bis die inneren Blockaden einer positiven inneren Haltung weichen.

Der lang erwartete erste Roman der Bachmann-Preisträgerin

Adas Raum
von Sharon Dodua Otoo

Sharon Dodua Otoos Mut und ihre Lust zu erzählen, ihre Neugier, die Gegenwart zu verstehen, machen atemlos. In ihrer Welt hängt alles am seidenen Faden, es droht zu fallen, und doch bleibt es auf wundersame Weise in der Schwebe.
So wie Ada, um die sich Otoos erster Roman dreht. Ada ist nicht eine, sondern viele Frauen: In Schleifen bewegt sie sich von Ghana nach England, um schließlich in Berlin zu landen. Sie ist aber auch alle Frauen, denn die Schleifen transportieren sie von einem Jahrhundert zum nächsten. So erlebt sie das Elend, aber auch das Glück, Frau zu sein, sie ist Opfer, leistet Widerstand und kämpft für ihre Unabhängigkeit.
Mit einer bildreichen Sprache und unendlicher Imagination, mit Empathie und Humor zeichnet Sharon Dodua Otoo in ihrem Roman »Adas Raum« ein überraschendes Bild davon, was es bedeutet, Frau zu sein.

Der neue Roman nach dem preisgekrönten Bestseller »Meine Schwester, die Serienmörderin«

Das Baby ist meins
von Oyinkan Braithwaite

»Das Baby ist meins« ist eine augenzwinkernde Ansage an das Patriarchat, ein spannender Einblick in die nigerianische Gesellschaft – und vor allem eine rasante Geschichte um zwei Frauen, die wie Löwinnen um das Baby in ihrer Mitte kämpfen. Natürlich ohne Rücksicht auf Verluste oder gar auf den Mann, der versucht herauszufinden, wem er glauben soll. Und der selbst alles andere als ein Unschuldslamm ist.

Ein Leben zwischen Rap, Rassismus und Rockerclubs

Manuellsen. König im Schatten
von Manuellsen und Nina Damsch

Geboren ist Manuellsen in Kreuzberg. Als Baby wird er von einer super-deutschen Familie in NRW adoptiert. Früh mischt er bei allen wichtigen Rap-Camps mit und prägt die Szene. Später fährt er bei den Hells Angels mit, während er gleichzeitig Bushido und Animus bekämpft. Und heute: ist er die Lichtgestalt des Deutschrap und dessen hartnäckigste und lauteste Stimme gegen Rassismus.
Manuellsen polarisiert mit einem Leben voller Widersprüche. 1979 kommt er als Sohn einer ghanaischen Aktivistin in Berlin zur Welt. Nach Abschiebung seiner Mutter wächst er auf in der weißen Malocherstadt Mülheim. Schnell zeigt sich sein musikalisches Talent und Manuellsen erwirbt einen Ruf als hochtalentierter Hitzkopf im Rap-Game, der vor nichts und niemandem zurückschreckt. Die Auseinandersetzung mit Bushido und diversen Rockerclubs der Hauptstadt gehört immer noch zu den legendärsten Fehden der Szene überhaupt. Aber während Bushido längst vom Thron gestürzt ist, bleibt Manuellsen der geheime König des Deutschrap. Als Label-Chef, Café-Betreiber, Familienvater, aber vor allem: als einer, der Rassismus ohne Kompromiss alles entgegensetzt. Seine Stimme ist jetzt wichtiger denn je.

»Ein kluges Buch voller Schönheit, das Wunden heilt.« Zadie Smith

Heimkehren
von Yaa Gyasi

›Heimkehren‹ spannt einen kühnen Bogen vom Ghana des 18. Jahrhunderts bis in die USA der Gegenwart. Die Geschichte setzt mit Effia und Esi ein – Schwestern, deren Lebenswege von Anfang an getrennt verlaufen. Es ist Effias Stamm, die Fante, der Hand in Hand mit den Briten das Geschäft der Versklavung Tausender betreibt. Über Jahrhunderte profitieren Effias Nachkommen davon oder verzweifeln daran, so wie ihr Enkel James. Dessen Urenkel wiederum, der kluge Yaw, muss erkennen, dass man in diesem gnadenlosen Spiel als Schwarzer nur verlieren kann, weil am Ende stets die Weißen profitieren.
Esi, ihre Kinder und Kindeskinder kämpfen vom ersten Tag an in Amerika ums Überleben. Ihre willensstarke Tochter Ness nimmt jedes Leid auf sich, um ihr Kind zu retten. Ihr Enkel schuftet in den Kohleminen Alabamas für ein besseres Leben in Freiheit, das jedoch selbst noch seiner Tochter Willie im Harlem der Sechzigerjahre verwehrt bleibt. Hat die vorerst letzte Generation schließlich die Chance, einen Platz in der Gesellschaft zu finden, den sie Heimat nennen kann und wo man nicht als Menschen zweiter Klasse angesehen wird?

Divider

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.