Die LitBlog Convention 2019: So war’s!

Ania, Buchbloggerin bei Buch_Versum, war für NetGalley als rasende Reporterin bei der LitBlog Convention 2019 unterwegs! In ihrem Gastbeitrag berichtet sie von allem, was sie dort erlebt, gesehen und gelernt hat.

Die LitBlog Convention ist die erste deutsche Bloggerkonferenz, bei der es sich einen ganzen Tag lang ausschließlich um Literatur, die Verlagswelt, Autor*innen und das Bloggen dreht. Sie findet seit 2016 in Köln statt und am 18. Mai war es wieder so weit: Die vierte LitBlog Convention stand an und ich durfte endlich auch dabei sein! Besonders habe ich mich darüber gefreut, von NetGalley als Botschafterin ausgewählt zu werden, um den ganzen Tag über von der Convention zu berichten.

Bei der LitBlog Convention 2019 gaben die Verlage Diogenes, der DuMont Buchverlag und der DuMont Kalenderverlag, Kiepenheuer & Witsch und Bastei Lübbe Blogger*innen erneut die Möglichkeit, in das Verlagswesen einzutauchen. Das zahlreiche Angebot an Workshops bot die perfekte Mischung aus Einblicken in die Arbeit der Verlage, Workshops zu Elementen, die einen Roman ausmachen, aber auch Vorstellungen von verschiedenen Autor*innen, die mit ihrer Arbeit und ihrem Werk begeisterten.
Ich muss gestehen, dass ich sowohl voller Vorfreude als auch ein wenig nervös war, da ich mich mit niemandem vorher abgesprochen hatte, aber dennoch unbedingt zur Convention wollte. Ich war also schon vorab in einer total aufgeheizten, freudigen Stimmung!

Es geht los!

Am Morgen erwartete mich herrlicher Sonnenschein und ich kam in kürzester Zeit (tatsächlich innerhalb von 10 Minuten) am Verlagshaus von Bastei Lübbe an. Dort wurde man von den Verlagsmitarbeiter*innen erwartet, herzlichst begrüßt und mit der LITBLOG Goodie-Tasche ausgestattet. Die Zeit vor dem Start der Convention konnte man super nutzen, um sich an den vorbereiteten Info-Tischen über die Verlage zu informieren, sich mit angebotenem Material auszustatten und in Gespräche mit Verlagsmitarbeiter*innen oder anderen Blogger*innen einzusteigen.
Nach einer kurzen Begrüßung ging es los und alle starteten in einen von fünf parallel angebotenen Workshops. Ich habe versucht, meine Interessen in die Wahl meiner Workshops einfließen zu lassen und auch die Vielseitigkeit der Angebote zu nutzen.

Meine Wahl fiel daher auf:
– Was brauche ich, um glücklich zu sein?
– … Und was haben Götter eigentlich mit iPhones zu tun?!
– Die dunkle Seite der Macht
– Am Ende war’s immer der Gärtner
– Tami Fischer: Ich bin 3

Gerne verrate ich euch die Inhalte und teile meine Eindrücke und Ansichten zu den gewählten Workshops.

Von Göttern und dem großen Glück

Der Workshop mit dem Titel “Was brauche ich, um glücklich zu sein?” (Bastei Lübbe) wurde von Kristina Günak und Victoria Bindrum geführt. Besonders die anregende Diskussion darüber, was Glücklichsein ist und wodurch es entsteht, fand ich faszinierend. Selbstkritisch musste man sich mit verschiedenen Fragen auseinandersetzen: Was sind wichtige Werte? Wie wird man beeinflusst? Sind auch Phasen des Unglücklichseins erforderlich? Als Tipp konnte ich hier mitnehmen, dass man sich eine gute Geste für jeden Tag ausdenken sollte, damit man etwas hat, was das eigene Leben bereichert.
Sehr amüsant fand ich in diesem Workshop, als viele Teilnehmerinnen einstimmig erläuterten, dass sie eine Million Followern auf ihren Social-Media-Kanälen als viel Stress und eine große Belastung empfinden würden. Da bin ich ganz eigen und vielleicht auch zu ehrlich: Ich würde mich gegen die häufig vertretene Meinung stellen und mich einfach nur tierisch freuen! Seien wir doch mal ehrlich, natürlich hat man mit mehr Followern auch mehr Aufgaben und Verantwortung. Doch schon mit nur zehn Followern ist man öffentlich, wird mit anderen Blogger*innen verglichen, sodass auch hier der Druck wächst. Also warum nicht direkt immer so bleiben wie man ist und den Erfolg genießen!

Der zweite Workshop war definitiv mein Highlight, was mit der Autorin Kira Licht und ihrem genialen Werk „Gold und Schatten“ (One Verlag) zu tun hatte. In diesem Fall bin ich definitiv vorbelastet, denn ich liebe das Buch einfach!
“… Und was haben Götter eigentlich mit iPhones zu tun?!” gab uns Einblicke in Kiras Alltag und beinhaltete ihre Erläuterungen zur Recherche der Mythologie sowie zu den beabsichtigt offen gelassenen Fragen am Ende des Buches. Aber auch Details zum Plotten und der Entwicklung ihrer Charaktere teilte Kira mit uns. Besonders amüsant war das Hin und Her zwischen Kira und ihrer Lektorin, die ein oder zwei Spoiler ganz unbefangen hinausposaunte. Die Sympathie zwischen den beiden war sofort ersichtlich, genauso wie auch das Erstaunen der Lektorin über das längste Exposé, das sie je erhalten hat (ganze 54 Seiten!).

Kira erzählte uns, dass sie einen Hang dazu hat, das Böse oder auch Randfiguren zu Helden werden zu lassen. In “Gold und Schatten” wird daher eine kleine Nymphe zur Heldin. Auch von ihrem leidenschaftlichen Interesse für Mythologie sprach die Autorin und erklärte uns, warum Paris für sie das perfekte Setting war. Ihre Lieblingsfiguren im Buch sind Maél, der innerlich zerrissen ist und sogar Böses in sich trägt, aber doch von ganzem Herzen für etwas Gutes einsteht, Livia, die keine Zweifel hegt und mit Maél eine tolle Dynamik hat. Und natürlich Enko, der Rockstar, die Versuchung auf zwei Beinen, der in Teil 2 vielleicht doch mehr sein wird, als er vorgibt …
Wer mehr über “Gold und Schatten” erfahren möchte, kann sich gerne in meiner Rezension informieren, die ganz ohne Spoiler ist, aber meine Liebe zu diesem Buch zeigt.
Nach diesen zwei wundervollen Workshops wurde uns in einer einstündigen Pause die Möglichkeit zu einer leckeren Stärkung geboten und wir konnten uns über das Erlebte austauschen.

Von Gärtnern und der dunklen Seite der Macht

Anschließend begab ich mich auf die dunkle Seite der Macht. Im Workshop zur Rolle des Vertriebs in einem Buchverlag erzählte uns die liebe Katharina Scholz aus dem Vertrieb von Droemer Knaur von ihren Aufgaben als Key Accounterin. Katharina liebt es, als Vermittlerin zwischen den Welten tätig zu sein. Besonders die Liebe zu Excel und Metadaten sei in ihrem Beruf wichtig, sagt sie. Interessant fand ich hier, dass Katharina die Wichtigkeit von Nebenkanälen (wie der Verkauf von Büchern in Supermärkten oder in Bahnhöfen) hervorhob, die die Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit von Büchern deutlich steigern können. Außerdem gab es noch eine erstaunliche Info zu Logistik: Buchhandlungen haben neben den Apotheken den schnellsten Lieferanten Deutschlands!

Anschließend war ich bei einem Workshop mit einem etwas klischeehaften Titel: „Am Ende war es immer der Gärtner“. Krimiautorin Katja Bohne redete hier über das Thema Storytelling. Doch direkt zu Beginn des Workshops wurde dieses Klischee und die Idee vom Plotten an sich wieder verworfen, denn Katja erzählte uns, dass sie beim Schreiben ihrer Romane gar nicht plottet. Für sie hat ein Buch eine klare Struktur: Anfang, Mitte und Schluss. Trotzdem hatte sie Tipps für einen guten Plot parat, die sie mit uns teilte: Man solle analytisch plotten und nicht akademisch schreiben. Ein Plot müsse sich stetig steigern und fließen, man sollte seine Figuren Zwängen aussetzen und Twists und Überraschungen liefern. Das Wichtigste an gutem Storytelling sind laut Katja starke Charaktere, die sich selbst weiterentwickeln. Außerdem hob sie hervor, wie wichtig das Feedback von erfahrenen Leser*innen und Blogger*innen sei.

Zum Schluss ergriff ich die Möglichkeit, Tami Fischer kennen zu lernen. Im Workshop „Ich bin 3: Influencerin, Buchhändlerin und Autorin!“ (Droemer Knaur) erläuterte sie ihren Weg von einer soliden Ausbildung im Buchhandel zur kreativen YouTuberin bis zur Veröffentlichung ihrer Romane.
Ich muss gestehen, die mich die letzten zwei Workshops, die sich vor allem an angehende Autor*innen richteten, weniger interessiert haben. Trotz dessen haben sie mich neugierig auf ihre Bücher gemacht. Besonders das Cover von Burning Bridges von Tami Fischer ist ein Blickfang!
Nach dieser Vielzahl an Eindrücken konnte man sich beim „Get Together“ nochmals austauschen und wurde durch die warme Verköstigung zum Abschluss liebevoll von der LitBlog Convention verabschiedet.

Mein Fazit

Auf der LitBlog Convention konnte ich einen genialen Tag voller Leidenschaft für Bücher erleben, in die Hintergründe des Verlagswesens schauen, tolle Menschen kennenlernen und tiefe Einblicke in die Werke von tollen Autor*innen erhalten.
Vielen Dank an NetGalley für die einmalige Erfahrung als Botschafterin unterwegs sein zu dürfen. Ich war total begeistert! Auch im nächsten Jahr werde ich definitiv wieder Gast der LitBlog Convention sein und kann diese nur allen Blogger*innen ans Herz legen.

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