RampenlichtMitglieder im Rampenlicht

Für manche NetGalley-Mitglieder ist die Wahl der Mitgliedsrolle gar nicht so leicht: Laura Sonnefeld zum Beispiel organisiert Veranstaltungen für die Buchhandelskette Thalia und bloggt in ihrer Freizeit als Lütte Lotte über Kinderbücher. Im Rampenlicht muss sie sich glücklicherweise nicht zwischen „Buchhändlerin“ und „Bloggerin“ entscheiden, sondern erzählt uns einfach von beidem! Und wieder einmal ist so viel Buchleidenschaft schlichtweg ansteckend …

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Dein Name: Laura Sonnefeld
Deine Buchhandlung: Thalia
Dein Blog: Lütte Lotte
Blog-URL: http://luettelotte.de/

Wann und wie hast du deine Leidenschaft für Bücher entdeckt?

Ach herrje, wann war das bloß? Meine Eltern haben mir viel vorgelesen, dadurch gehören Bücher und Lesen schon immer zu meinem Alltag. Ein Schlüsselmoment gibt es also nicht, aber die vielen, vielen Gute-Nacht-Vorlesestunden haben mich dauerhaft geprägt. Keine aufregende Geschichte, aber so ist das mit der großen Liebe, oder? Auf einmal ist sie da und ein Leben ohne, nicht mehr vorstellbar.

Und wie sah dann deine Karriere in der Buchwelt bislang aus?

Damit könnte ich ein Buch füllen! Meine „Karriere“ in der Buchwelt (ich würde es eher Werdegang nennen) hat in der 11. Klasse begonnen: Mit einem Praktikum bei der Hamburger Buchhandlung Lüders in Eimsbüttel. Es folgte ein Studium in Hildesheim, Philosophie und Literatur, und ein Praktikum beim Gerstenberg Verlag. Eine aufregende Zeit! Dort durfte ich die Bilderbuchlektorin Katrin unterstützen – ein Traumjob! Nach meinem Bachelorabschluss zog ich nach Berlin, arbeitete im Tulipan Verlag (damals noch in Berlin ansässig) und danach bei der Buchbox. Das waren schöne Jahre. In der Buchbox-Zeit durfte ich viel susprobieren und meine Kinderbuchliebe auch im Veranstaltungsbereich ausleben. Es folgten ein Masterstudium in Angewandter Literaturwissenschaft, die Arbeit im ocelot und ein erneuter Umzug, dieses Mal nach Hamburg. In der Verlagsgruppe Oetinger durfte ich ein Volontariat absolvieren und parallel meine Masterarbeit über Oetinger34 schreiben. Danach zog es mich ins Digitale. Bei Edel habe ich die Digitalverlage unterstützt und viel über E-Book-Herstellung und –Distribution gelernt. Tja und seit Herbst 2016 bin ich bei Thalia für das lokale Marketing und die Veranstaltungsorganisation in der Metropolregion Hamburg zuständig. Viele Stationen, von denen ich keine missen möchte!

Welche Aufgaben hast du jetzt bei Thalia? Was ist das Beste an deinem Beruf?

Wie gesagt, bin ich bei Thalia für das lokale Marketing und die Veranstaltungsorganisation in der Metropolregion Hamburg zuständig. Das bedeutet, ich unterstütze die 12 Buchhandlungen der Region bei der Planung von Events, Aktionen, Lesungen und der Bewerbung selbiger. Ich stehe in engem Kontakt zu den Filialleitern, aber auch zu Verlagen und externen Eventlocations. Momentan arbeite ich an meinem zweiten Lesungsprogramm (Herbst/Winter 2017), wozu auch die Erstellung eines Print-Veranstaltungskalenders, Pressearbeit und klassisches Marketing gehört. Ich liebe die Vielfältigkeit der Position – jeden Tag habe ich andere Themen auf dem Tisch. Ein Großteil meiner Arbeit besteht aus Kommunikation und Organisation. Ich beobachte die Literaturlandschaft Hamburgs, entwickle neue Veranstaltungskonzepte und kann viele eigene Ideen einbringen. Alle Aspekte zusammen finde ich ziemlich klasse!

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Was war die tollste Bücher-Veranstaltung, die du je mitorganisieren konntest? Und was hat sie so besonders gemacht?

Mein persönliches Highlight wird immer Alexander Steffensmeyer in der Buchbox sein. Aber das liegt daran, dass er der Erfinder von Lieselotte der Kuh ist – meiner absoluten Lieblingsbuchreihe! Es war so klasse, wie er die Kinder mitgenommen, Fragen beantwortet und Bilder vom Bauernhof gezeigt hat. Eine großartig interaktive Veranstaltung für Kinder und Eltern. Das war spitze!

Wie kam es, dass du deinen eigenen Kinderbuch-Blog ins Leben gerufen hast, und was macht dir am Bloggen besonders Spaß?

Bei meiner Zeit bei Edel saß ich mit Karla Paul (Buchkolumne) und Mara Giese (Buzzaldrins Bücher) in einem Büro. Beide führen erfolgreiche Buchblogs und haben mich animiert, meine Leidenschaft für’s Kinderbuch endlich auch öffentlich auszuleben. Ich hatte schon lange über einen eigenen Blog gegrübelt, aber die beiden haben mir die letzten Zweifel genommen – vielen Dank nochmal an dieser Stelle!
Letztendlich habe ich mir mit Lütte Lotte endlich einen Platz geschaffen, um meine Leidenschaft für Bilderbücher auszuleben. Ich liebe es über das Thema zu sprechen, zu schreiben, Künstler zu interviewen und Herzensbücher vorzustellen. Leider komme ich momentan viel zu wenig dazu – aber solche Phasen gehören dazu. Immerhin ist es ein Hobby, das Spaß machen und nicht zu einer Belastung werden soll. Deshalb freue ich mich, über jede Stunde, die ich in Lütte Lotte investieren kann.

Was ist dein liebstes Buch aller Zeiten?

Das ist so schwierig! Aber am meisten beschäftigt haben mich „Ronja Räubertochter“ von Astrid Lindgren, „Momo“ von Michael Ende und die „Pettersson und Findus“-Bücher von Sven Nordquvist. Meine Erwachsenenbuchfavoriten wechseln alle paar Jahre.

Welches ist deine Lieblingsbuchhandlung?

Auch da kann und will ich mich nicht auf eine festlegen. Für Belletristik und schönen Büchern für Erwachsene gehe ich zu „Cohen + Dobernigg“ an der Feldstraße. Bilderbücher gucke ich am liebsten bei „Knuffels“ in Ottensen oder nebenan bei „Christiansen“. Und an Arbeitstagen kaufe ich (oh Wunder!) in der ein oder anderen Hamburger Thalia-Buchhandlung ein.

Zu guter Letzt interessiert uns natürlich, welches deine aktuellen Favoriten unter den NetGalley-Büchern sind!

Vielen Dank für das Interview und die spannenden Einblicke!

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