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Juchhu, das Büchereck Niendorf Nord ist Preisträger des Hamburger Buchhandlungspreises 2018! Im Rampenlicht-Interview erzählt uns Buchhändlerin Christiane Hoffmeister, was die Auszeichnung für sie bedeutet. Außerdem berichtet sie von ihrem Alltag als Buchhändlerin und gibt Tipps an Buchhändler*innen, die mit ihrer Buchhandlung auf Social Media aktiv werden wollen.

Wir gratulieren ganz herzlich zum Gewinn des Hamburger Buchhandlungspreis 2018! Was bedeutet der Sieg für Sie und die Buchhandlung?

Der Preis ist erst einmal eine ganz große Freude nicht nur für uns, sondern für den ganzen Stadtteil. Die Resonanz war riesig, geradezu unglaublich. Er ist auch ein Lohn und eine Bestätigung für unsere Bemühungen, aber auch immer ein Ansporn. Darauf können wir uns nur kurz ausruhen und dann muss es aber auch weitergehen, denn jetzt wird schon genauer geguckt, was wir leisten.

Jetzt aber mal ganz an den Anfang: Wie Sind Sie Buchhändlerin geworden?

Der Berufswunsch war ein ganz anderer, aber nach zwei abgebrochenen Studiengängen hat meine Mutter gedacht, ihre kleine Tochter landet unter den Brücken von Hamburg. Sie hat mir ein super Angebot gemacht und so konnte ich mit ihrer Hilfe eine Filiale zum elterlichen Geschäft eröffnen. Eine Entscheidung, die ich nie bereut habe.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag im Büchereck Niendorf Nord aus?

Der Alltag ist ganz banal. Wareneingang, Kunden und Kundinnen glücklich machen, Social Media Kanäle bedienen, Mails beantworten, neue Ware bestellen und die kreativen Köpfe rauchen lassen.

Sie richten viele tolle Veranstaltungen aus, wie z.B. das Books & Breakfast: Was ist Ihre Motivation dahinter?

Es gibt nicht nur einen Grund für unsere Aktivitäten. Im Vordergrund steht aber der eigenen Spaß und das perönliche Engagement Ich würde nie einen Brot&Spiele Abend organisieren, wenn ich nicht auch selbst gerne spielen würde. Dann bin ich auch der Meinung, dass ich als Buchhändlerin eine besondere Verantwortung dem Stadtteil oder der Stadt gegenüber habe. Wenn wir denn immer als „geistige Tankstellen“ tituliert werden, dann muss ich das auch mit Inhalt füllen. Das zieht sich so durch alle unsere Veranstaltungen. Und ganz banal sind es natürlich auch Werbemaßnahmen, mit denen wir auf uns aufmerksam machen wollen.

Auf welche zukünftige Veranstaltung freuen Sie sich besonders?

Ganz klar auf die Benefizlesung am 6. November zugunsten von Sea-Watch e.V. Unter dem Motto „Lesen hilft“ konnten wir 28 Hamburger Buchhandlungen vereinen und diese Aktion auf die Beine stellen. Sechs Autorinnen und Autoren verzichten auf ihr Honorar und werden lesen: IsabelBogdan, Simone Buchholz, Arne Dahl, Karen Köhler, Abbas Khider, Sasa Stanisic. Alle Einnahmen aus den Kartenverkäufen und den Spenden gehen komplett an Sea-Watch. Buchhandlungen aus Berlin und Köln haben sich uns angeschlossen, was uns sehr freut.

Die Buchhandlung ist nicht nur offline, sondern auch auch auf Social Media sehr aktiv: Wie kam es dazu? Was macht Ihnen am meisten Spaß am Austausch auf Social Media?

Mit Facebook ging es los. Wir sind relativ früh eingestiegen und ich habe mir von einem Freund erst mal erklären lassen, wie das überhaupt funktioniert. Nach und nach haben wir uns da reingefummelt und nun gehört es einfach dazu. Wenn man das Prinzip verstanden hat und dann sieht, dass auch Reaktionen erfolgen, dann ist das einfach ein gutes Mittel, um auch online mit den Kunden zu kommunizieren und das Geschäft ins Gespräch zu bringen. Wir möchten einfach auch dort zeigen, was wir so machen. Es geht selten um die Präsentation von Büchern, sondern eher darum zu zeigen, wie viel Spaß uns unsere Arbeit macht und was uns umtreibt.

Haben Sie Tipps für Buchhändler*innen, die auch auf Social Media aktiv werden wollen? Was macht eine gute Social Media-Präsenz (v.a. für einen Buchladen) aus?

Unbedingt ausprobieren und nicht sofort aufgeben, wenn es nicht sofort klappt. Und gut überlegen, was ich damit erreichen will. Es werden nicht plötzlich unendlich viele neue Kunden und Kundinnen in den Laden kommen, das muss klar sein. Vielleicht erst einmal auf einen Kanal konzentrieren und nicht alles auf einmal wollen. Diesen Kanal dann aber konstant bespielen und natürlich in Kommunikation treten. Wenn man merkt, dass einem das überhaupt keinen Spaß macht, dann einfach lassen, oder eine Kollegin oder einen Kollegen damit beauftragen.

Was lesen Sie privat gern?

Ich kann besser sagen, was ich nicht lese: Science Fiction, damit werde ich einfach nicht warm 😉 Ansonsten bin ich völlig offen.

Welches sind aktuell Ihre Lieblingsbücher im NetGalley-Katalog?

Wir gratulieren noch einmal ganz herzlich zur Auszeichnung und bedanken uns für das Interview!

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