So machen Sie gute Buchfotos!

Wie lässt sich ein Buch bestmöglich in Szene setzen? Als professionelle*r Leser*in wissen Sie bereits, wie Sie gute Rezensionen schreiben, um Ihre Gedanken und Meinung zu Büchern auf ansprechende Weise mit Anderen zu teilen. Aber Text ist nicht alles! Denn auch bei Buch-Rezensionen gilt: Das Auge isst (oder vielmehr: liest) mit!

Nicht nur auf Instagram sondern auch auf dem eigenen Blog oder anderen Social-Media-Kanälen sind Buch-Fotos die perfekte Ergänzung zu Ihren Beiträgen. Eine teure Kamera oder viel Fotografie-Erfahrung ist dafür nicht nötig – jede*r mit einer Handy-Kamera kann Buch-Fotograf*in werden und die eigenen Rezension damit aufwerten. Hier erklären 6 Expert*innen, wie die Bilder für ihre Rezensionen entstehen, was ihnen an der Buch-Fotografie Spaß macht und wie auch Sie Ihre Fotos mit ein paar einfachen Tricks professioneller gestalten können!

Warum sind gute Buchfotos wichtig?

Der Inhalt des Buches ist das, was zählt, aber nicht umsonst verbringen die Verlage viel Zeit damit, das richtige Cover für einen Titel zu finden. Eine gute Aufmachung zieht Leser*innen an und lässt sie im besten Fall erahnen, ob der Inhalt ihnen zusagt. Ähnlich ist es mit Ihren Rezensionen! Warum es wichtig ist, ein oder mehrere gut durchdachte Fotos zu schießen, anstatt nur das Cover abzubilden, haben wir hier kurz zusammengefasst:

  • Schöne Bilder erregen Aufmerksamkeit für Ihre Buch-Rezensionen und machen potentielle Leser*innen neugierig auf sie!
  • Mit einem oder mehreren Bildern wird Ihr Rezensionstext ansprechender gestaltet und liest sich leichter.
  • Hat man beim Lesen der Rezensionen Bilder gesehen, bleibt das Buch zudem besser im Kopf und man erinnert sich daran, wenn man im Buchladen steht oder Freund*innen Empfehlungen gibt.
  • Ein gutes Buchfoto ist nicht nur hübsches Beiwerk zur Rezension, es kann auch ganz allein schon etwas vom Inhalt vermitteln. So kann beispielsweise die Atmosphäre des Buches optisch dargestellt werden, damit potentielle Leser*innen direkt erkennen, ob der Inhalt ihnen gefallen könnte.
  • Buchfotos sind wertvolle persönliche Einblicke: Sie stellen den individuellen Blickwinkel der/des Fotograf*in dar, zeigen also Ihre Sicht auf das Buch. Somit sind Buchfotos eine tolle visuelle Ergänzung zur ebenfalls persönlichen Rezension!
  • Auch für Sie als Buch-Fotograf*innen selbst ist das Fotografieren eine schöne kreative Ergänzung zum Schreiben von Rezensionen. Die Überlegungen rund um die richtige Inszenierung des Buches können noch einmal einen ganz neuen Blickwinkel auf Inhalt und Aufmachung geben!

Nicht ohne Grund also hat Bookstagram, die Buch-Community auf Instagram, in der Buchliebhaber*innen aus aller Welt ihre Buch-Fotos teilen, in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen – unter dem Instagram-Hashtag sammeln sich mittlerweile über 43 Millionen Posts! Aber egal, wo Sie Ihre Buch-Fotos nutzen: Ihrer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt! Auch Bilder zu ein und demselben Buch können ganz verschieden aussehen – genau das ist das Tolle an ihnen.

Tipps & Tricks von den Expert*innen

Um Ihnen Inspiration zu geben, die Ideen in Gang zu bringen und Hintergrundwissen zu liefern, haben wir 6 Bookstagrammer*innen interviewt und ihre Geschichten, Erfahrungen und viele viele Tipps & Tricks für Sie zusammengetragen! Viel Spaß beim Lesen, Lernen und vor allem Stöbern durch die tollen Buch-Bilder!

Nils / @bunteschwarzweißwelt

Schon seit fast 6 Jahren veröffentlicht Nils auf seinem Instagram-Kanal @bunteschwarzweisswelt Fotos von den Büchern, die er liest und liebt. Wie er sich dabei als Buch-Fotograf weiterentwickelt hat, was er von Filtern hält, was er als absolute Do’s und Dont’s bei der Buchfotografie ansieht und vieles mehr, verrät er uns im Interview! Nils‘ Lieblingsbilder sind übrigens die Bilder, die er letztes Jahr mit seiner mittlerweile leider verstorbenen Hündin gemacht hat.

1. Seit wann bist du bei Bookstagram aktiv und wie wie war deine Entwicklung als Bookstagrammer? Hast du gleich mit so professionellen Bildern begonnen?
Ich bin seit August 2014 bei Instagram, beziehungsweise auf Bookstagram, also schon fast sechs Jahre. Damals habe ich eher spontan Bilder gemacht und habe keinen großen Wert darauf gelegt, wie diese letztendlich aussehen und ob sie zusammenpassen. Mit der Zeit habe ich dann immer mehr Gefallen an einheitlichen Feeds gefunden und habe mich auch an mehreren versucht. Mit jedem Bild habe ich dazu gelernt und habe mich so weiterentwickelt 🙂 Tatsächlich hat mir mein Feed auch noch nie so gut gefallen wie jetzt. Einfach weil ich gemerkt habe, dass es mir am meisten Spaß macht und mir persönlich am besten gefällt, wenn meine Bilder nicht zwingend einheitlich, sondern auch mal abwechslungsreicher sind.

2. Wie kommen dir die Ideen für deine Inszenierungen? Wo holst du dir Inspiration?
Ich hole mir meine Inspiration ganz oft von anderen Bookstagrammer/innen. Oft schaue ich mir aber auch meine eigenen Bilder an und überlege, was ich besser oder anders machen könnte. Andererseits inspirieren mich aber auch oft die Bücher, die ich fotografieren möchte.

3. Wie viel Planung fließt in deine Bilder ein? Setzt du dir eine klare Message in den Kopf, die du rüberbringen möchtest oder machst du das alles eher spontan und 3. aus dem Bauch heraus?
Meine Bilder plane ich eher wenig, außer wenn es ein Bild für eine Kooperation ist. Dann überlege ich mir davor genau wie es aussehen soll.
Ansonsten habe ich immer ein grobes Motiv im Kopf, welches ich versuche umzusetzen. Während der Umsetzng verändert sich dann aber auch immer nochmal viel.

4. Wie wichtig sind Filter und ein einheitlicher Look? Verrätst du, was du für die Bildbearbeitung nutzt?
Ich persönlich finde Filter total toll, weil sie Bildern eben diesen einheitlichen Look verpassen können, auch wenn diese an sich total unterschiedlich sind.
Ich finde einen einheitlichen Look immer toll, da man daran bestenfalls sofort den dazugehörigen Account identifizieren, beziehungsweise erkennen kann.
Ich bearbeite meine Bilder hauptsächlich mit der App VSCO. Oft benutze ich zusätzlich auch noch Snapseed und Lightroom.

5. Wie lange brauchst du für ein Foto?
Das ist sehr unterschiedlich. Mal fünf Minuten, mal eine halbe Stunde. Mittlerweile dauert es im Gegensatz zu früher allerdings nicht mehr allzu lange, worüber ich auch echt froh bin.
Denn so viel Spaß es auch macht, teilweise ist es auch wirklich anstrengend. 😀

6. Was sind absolute Do’s und Dont’s beim Fotografieren von Büchern? Hast du Tipps für Bookstagram-Neulinge?
Am wichtigsten finde ich, seinen eigenen Stil zu finden und sich nicht zu sehr mit anderen zu vergleichen und zu stressen, denn am Ende sind es auch einfach nur Bilder 😉
Seinen eigenen Stil zu finden, kann etwas dauern und wenn man am Anfang eher unzufrieden ist, ist das überhaupt nicht schlimm. Mit jedem Bild sammelt man Erfahrungen und findet heraus, was einem gefällt und was eher nicht. Und wenn man eher spontan Bilder machen möchte ohne großen Aufwand ist das auch völlig in Ordnung! So hat jeder seine Vorlieben.
Zudem finde ich es persönlich am schönsten, wenn Bilder mit natürlichem Licht, also mit Tageslicht geschossen werden. So kommen die Farben am besten raus und man hat keine unnatürlichen Schatten.
Ein großes Don‘t ist definitiv andere nachzumachen. Inspiration holen ist natürlich immer erlaubt, aber Bilder eins zu eins nachstellen nicht (es sei denn wenn vorher gefragt wurde, und dann auch nur mit Credits, also Vermerkung und Verlinkung zum ursprünglichen Bild, beziehungsweise Account).

7. Fotografierst du lieber drinnen oder draußen?
Sowohl als auch. Ich liebe es, in der Natur zu fotografieren, aber genauso liebe ich es auch, mir einen Podcast oder Musik anzumachen und drinnen zu fotografieren.
Auf meinem Account liebe ich tatsächlich die Mischung aus beidem!

8. Shelfies: Yay oder nay? Und was sind deine Tipps?
Ganz klar Yay! Ich liebe Shelfies! Einen Tipp habe ich da gar nicht, ich finde es einfach immer toll, die verschiedensten Regale und Sammlungen zu sehen. Bei mir ist es immer etwas schwierig, Shelfies zu machen, da mein Bücherregal relativ weit weg vom Fenster steht. Deswegen mache ich meistens im Juli/August ganz viele Bilder von meinem Regal, da dann das Licht am besten ist. In den anderen Monaten muss ich immer den richtigen Moment abwarten, da das Regal sonst richtig schattig ist. Es ist also eine richtige Wissenschaft mit mir und den Shelfies 😀

9. Welchen anderen Buch-Fotograf*innen folgst du am liebsten?
Jetzt alle zu nennen würde glaube ich den Rahmen sprengen, es sind so unfassbar viele!
Einer meiner allerliebsten Accounts ist allerdings auf jeden Fall @witcherybooks. Jessis Bilder sind einfach nur wunderschön und haben mich schon so oft inspiriert! Jessi hat ein wahnsinniges Talent für schöne Kompositionen und Fotografie!
Ein weiterer unbeschreiblich toller Account ist @bookvillain. Stellas Bilder sind eigentlich keine Bilder- sie sind Kunstwerke!
@miss_mandrake ’s Bilder liebe ich auch total! Ninas Bilder haben einen ganz eigenen Stil, der einfach nur richtig toll ist. Außerdem hole ich mir bei ihr auch sehr oft tolle Buchinspiriationen.
Diese Liste könnte jetzt ewig so weitergehen 😉
Ich versuche aber auch immer Sonntags ein paar meiner Lieblingsbilder der letzten Woche in meiner Story zu teilen.

Mareike / @nordseiten

Auf Mareikes gemütlichem Instagram-Kanal @Nordseiten dreht sich alles um „Literarisches und Alltag aus dem Norden“. Wie sie vom Bloggen zum Bookstagrammen gefunden hat, wie lange sie für ihre Buch-Fotos braucht und wieso Ausprobieren ihrer Meinung nach das Wichtigste beim Buch-Fotografieren ist – das und noch viel mehr hat sie uns im Interview verraten. Zu ihrem persönlichen Lieblingsbild von ihrem eigenen Account, das einen doppelten Regenbogrn über der Elbe zeigt, sagt Mareike: „Das Bild ist einer Person gewidmet, die nicht mehr bei mir ist.“

1. Stell dich doch einmal kurz vor – wer bist du, seit wann gibt es Nordseiten und was macht Nordseiten aus?
Ich bin Mareike, lebe mit meiner Familie in Hamburg und arbeite bei einem Medienunternehmen. Nordseiten habe ich mit einer Freundin zusammen vor 7 Jahren gegründet. Inzwischen schreibe ich hier allein über Bücher und ab und an etwas über das Leben im Norden.

2. Wieso hast du dich dafür entschieden, auf Bookstagram aktiv zu werden? Was hat dich an der Community interessiert?
Bookstagram kam etwas nachgelagert an dem eigentlichen Blog und als Ergänzung für diesen. Eigentlich habe ich hier anfangs nur regelmäßig meine aktuellen Bücher neben Alltagssitationen gezeigt. In den letzten Jahren verlagerte sich meine Aktivität und auch der Austausch immer mehr zu Instagram. Alles wurde hier schneller und unmittelbarer, die Bilder professioneller.

3. Was ist dir wichtiger: der Text oder die Bilder?
Instagram ist ein Diffusionsmedium, das durch schöne, ästhetische Bilder getragen wird. Wenn das Bild keine Herzen bekommt, wird es kaum bei den Follower*Innen in den Feed gespült und dann hat keiner die Gelegenheit meinen Text zu lesen. Deshalb ist für Instagram natürlich das Bild wichtiger. Mir persönlich natürlich mehr die Worte, meine sprachliche Auseinandersetzung mit dem Gelesenen. Aber ohne das Bild, wird auch der Text nicht gelesen. Sie sind also beide miteinander wichtig und haben ihre Funktion.

4. Deine Fotos haben alle einen bestimmten Look, wodurch dein Feed sehr einheitlich wirkt. Wie schafft man das?
Über die Jahre hat sich vermutlich ein gewisser Stil herausgebildet. Aber ob dieser nun besonders einheitlich ist, bezweifle ich. Da gibt es ganz andere, die mit Feed-Apps die Bilder genau auf ihre Einheitlichkeit planen. So ist das bei mir nicht. Jedes Bild kommt recht spontan, meist unterbreche ich kurz beim Lesen und fotografiere es. Manchmal inszeniere ich das Buch mit bestimmten Gegenständen, aber immer nur dezent. Ich mag das Gefühl, dass das Buch gerade so hingelegt worden ist -nur mal kurz das Lesen unterbrochen, nie zu viel Symmetrie oder Ordnung, kein ganz gerader Winkel. Hinzu kommt eine gewisse Wärme durch das viele Holz in meinem Haus und die Pflanzen, die überall bei mir stehen.

5. Wie lange brauchst du für ein Foto?
Selten länger als ein paar Minuten. Ich bin wirklich sehr spontan bei den Arrangements. Wenn das Licht gut ist, springe ich manchmal auf und hole schnell die letzten zwei/drei Bücher und fotografiere sie schnell. Die besten Orte dafür kenne ich eigentlich inzwischen und dann geht es flott.

6. Hast du Tipps dafür, wie man auf einem Buch-Foto gut Atmosphäre kreieren kann?
Ich finde, dass ganz viel über das Licht und den richtigen Winkel entschieden wird: Beides muss harmonisch sein. Ich fotografiere nie bei künstlichem Licht und würde auch immer davon abraten. Mein Tipp für gute Bilder grundsätzlich ist: Ausprobieren! Bei jedem Bild auf Instagram habe ich etwa 20-30 auf dem Handy, die es nicht geworden sind.

7. Wie schaffst du es, deine Meinung zu einem Buch trotz Instagrams Zeichenlimit in der Bild-Unterschrift zu deiner Zufriedenheit rüberzubringen?
Daran arbeite ich ehrlicherweise noch. In letzter Zeit schreibe ich mir meine Texte vor und schicke sie mir per Mail. Auf dem Handy schreiben finde ich mühsam.

8. “Bei Bookstagram geht es ja nur um die Ästhetik. Der Inhalt der Bücher wird vollkommen irrelevant!” Was würdest du auf diese Aussage antworten?
Das Schöne an Bookstagram ist ja, dass die Community vielfältig und bunt ist. Es gibt sicherlich welche, die Buchinszenierung als solche zu einer beeindruckenden Kunstform entwickelt haben. Da spielt das einzelne Buch vielleicht nicht mehr die Hauptrolle. Genauso gibt es sehr sehr kluge Texte, bei denen die Bilder kaum eine Rolle spielen. Und vor allem: Es gibt eine ganze Menge dazwischen. Das ist ein großes Glück und macht sehr viel Spaß sich anzuschauen. Da findet jede und jeder das Richtige für sich und eine Menge Inspiration!

9. Welchen anderen Buch-Fotograf*innen folgst du am liebsten?
Das sind viele! Doch ein paar Empfehlungen, die die Vielfalt zeigen und die ich sehr bewundere:
@leaf.and.literature
@readpackblog
@_leselust_
@paper.and.poetry
@isipeazy
@iamjane.de
@bookbroker
@mintundmalve
@nonsense.and.sensibility
@mscaulfield

Lisa / @bookish.whisper

Auf ihrem Kanal @bookish.whisper veröffentlicht Lisa in ihrem ganz eigenen, markanten Stil buchige Fotos und Rezensionen. Im Interview verrät sie uns unter anderem wie sie diesen Stil gefunden hat, welche Accessoires sie am liebsten nutzt und welche Tipps sie für das Fotografieren von E-Books geben kann. Zuvor sehen wir hier schon zwei ihrer Lieblingsbilder: „Ein richtiges Lieblingsbild habe ich gar nicht, da man natürlich selbst immer kritisch mit sich ist. Diese zwei Bilder hier habe ich aber wegen dem Zusammenspiel der Farben und der vermittelten Atmosphäre ziemlich gern.“

1. Wie bist du auf die Bookstagram-Community aufmerksam geworden? Was macht dir beim Austausch mit Anderen auf Bookstagram am meisten Spaß?
Auf Bookstagram bin ich vor einigen Jahren durch einen Post von mir aufmerksam geworden, auf dem ich ein Buch gezeigt habe. Es wurde von einem Bookstagram-Account kommentiert, den ich daraufhin besucht habe und schon war ich Feuer und Flamme.
Am meisten Spaß macht mir das gemeinsame Hinfiebern auf Neuerscheinungen und den Austausch über Bücher, die man gelesen hat. Außerdem finde ich es toll, dass man immer wieder Inspiration für neue Bücher bekommt.

2. Dein Account ist ganz klar in bestimmten Farben gehalten – wie hast du dich dafür entschieden und warum? Hat sich dein Stil mit der Zeit geändert?
Auf jeden Fall hat sich mein Stil mit der Zeit verändert. Ganz am Anfang war ich noch kunterbunt unterwegs und habe überhaupt nicht auf das Zusammenpassen der Farben geachtet. Filter waren mir da auch total egal, das kam erst später. Irgendwann hatte ich einen kühlen Filter, wo alles eher bläulich war. Mittlerweile bin ich bei den brauntönen angekommen, die mir wahnsinnig gut gefallen und fotografiere eher nach dem Motto „weniger ist mehr“. So wirkt alles gemütlich und nicht so überladen. Dafür entschieden habe ich mich, nachdem ich schon Vieles ausprobiert habe und schlussendlich dann dort gelandet bin, wo ich jetzt bin. 🙂

3. Wie transportierst du die Atmosphäre des Buches in deinen Bildern? Und hast du Tipps für andere, die ähnlich stimmungsvolle Bookstagram-Bilder machen möchten?
Ich versuche oft mit der Atmosphäre der Bücher zu arbeiten und die Deko gezielt auszuwählen. Bei einem Thriller zum Beispiel würde ich keine schönen Kuscheldecken und Herzchen als Deko benutzen, das wäre einfach nicht stimmig. Da könnte man eher mit dunklen Tönen und „gruseligen“ Deko Elementen arbeiten. Als Tipp kann ich nur sagen, dass man sich immer ein wenig am Buch orientieren sollte. Ein kleines Beispiel: die Redwood Reihe, die total zum Wohlfühlen einlädt – passend dazu kann man schöne Decken, Blumen und Kerzen mit ins Bild einbringen und schon wirkt es genau so gemütlich wie der Ort in der Buchreihe.

4. Wie lange brauchst du ungefähr für ein Bild und was nimmt am meisten Zeit in Anspruch?
Da ich immer gleich mehrere Fotos auf einmal schieße, ist das gar nicht so leicht zu beantworten. Bis ich das ganze Set aufgebaut habe, vergehen schon mal einige Minuten und für jedes Bild ändere ich die Dekoration. Wenn ich einen kreativen Tag hab, geht das natürlich etwas schneller von der Hand. Das Bearbeiten pro Bild liegt ca. bei 5-10 Minuten, je nach Aufwand. Wenn ich eine Rezension schreibe, brauche ich natürlich ziemlich lange für die Beschreibung, da ich mir dafür viel Zeit nehme. Ansonsten sind die Beschreibungen das, was für mich am wenigsten „stressig“ ist. Insgesamt sind es wahrscheinlich 15-20 Minuten pro Foto, wenn man von einem normalen Bild ausgeht.

5. Welche buchigen Accessoires zeigst du am liebsten auf deinem Account? Welche Buch-Produkte (Kerzen, Ketten, Lesezeichen, etc.) würdest du Anderen empfehlen?
Am liebsten zeige ich Lesezeichen, Armbänder und Kerzen. Oft sind es kleine Shops, die diese buchbezogenen Dinge herstellen und die viel mehr Aufmerksamkeit verdient haben. Von Lesezeichen kann man meiner Meinung nach nie genug haben! Bei Kerzen und Armbändern kommt es total auf den Typ an: trägt man gerne Schmuck? Dann sind diese Armbänder genau das richtige! Kauft man sich häufig Duftkerzen? Dann sind buchbezogene Kerzen der Hit!

6. Du fotografierst öfter auch E-Books auf deinem Reader – was ist hier anders? Welche Tipps würdest du allen geben, die das auch tun wollen?
Bei E-Books ist das „Problem“, dass das Cover je nach E-Reader nicht farbig ist und man die Helligkeit am Reader einstellen kann. Anfangs habe ich einfach im E-Book das Cover aufgerufen und genau so fotografiert, wie ich es mit Taschenbüchern oder Hardcovern gemacht habe. Mittlerweile bearbeite ich gerne das Cover nachträglich auf den E-Reader, so dass es farbig ist und so nah wie möglich an das physische Buch herankommt. Mein Tipp ist hier, dass man immer darauf achten sollte, dass das Buchcover gut zu erkennen ist, damit das Publikum direkt weiß, um welches Buch es sich handelt.

7. Welchen anderen Buch-Fotograf*innen folgst du am liebsten?
Zu meinen liebsten Buch-Accounts gehören unter anderem diese tollen Personen:
@annafuchsia
@hej_jessica
@wingedbooks
@viviensummer
@ayladade
@kreativ_welten

Lily / @lilys.wortwelt

Kunstvoll arrangierte Buchstapel, kreative Bild-Ideen und ein tierisch fotogenes Buch-Model – bei Lilys Bookstagram-Account @Lilys.Wortwelt kommt man ins Staunen! Wie lang braucht sie für ihre kunstvoll gestalteten Bilder? Welches Foto-Equipment nutzt sie? Und was würde sie anderen raten, die ähnlich professionelle Buch-Bilder machen möchten? Das können Sie hier nachlesen!

Auf ihrem Lieblingsbild sieht man sie lesend im Bücherregal und wie Lilys Feed sich im Laufe der Jahre verändert hat können wir hier auch sehr gut nachverfolgen!

1. Dein Bookstagram-Account ist von Beginn an sehr professionell und aufwendig gestaltet. Hast du dir das Buch-Fotografieren selbst beigebracht und wie bist du dazu gekommen?
Vor knapp vier Jahren hat mir eine Freundin Bookstagram gezeigt. Ich fand die Vorstellung toll, Lesen und Fotografieren zu verbinden und auch noch mit anderen über die gelesenen Schätze reden zu können. Trotzdem hat es mehrere Monate gedauert, bis ich mich überwunden habe, das erste Bild hochzuladen. Damals sah mein Feed noch ganz anders aus als heute. Ich habe ein Buch auf den Boden oder einen Holztisch gelegt und ein klein wenig Deko dazu gestellt. Die Bilder befinden sich mittlerweile aber alle im Archiv und wenn ich durchscrolle sieht man, wie sehr sich der Stil im Laufe der Jahre verändert hat. Es war Learning by Doing. Als ich angefangen habe, hatte ich keine Ahnung von Perspektiven, Filtern und Bildbearbeitung. Der Prozess geht noch immer weiter und ich bin gespannt, wohin mich die Reise führt, denn vor ein paar Wochen habe ich angefangen mit Photoshop zu experimentieren.

2. Deine Bilder sind kleine Kunstwerke! Wie lange brauchst du für ein Foto – von der Idee über die Umsetzung bis hin zur Bearbeitung?
Ich würde gerne behaupten, dass ich ein sehr organisierter Mensch bin und lange im Voraus plane. In Wirklichkeit bin ich leider das Chaos in Person. Neue Ideen sind meistens Gedankenblitze, die ich schnell aufschreiben oder umsetzen muss, um sie nicht zu vergessen. Die Dauer der Umsetzung ist unterschiedlich. Manchmal brauche ich bis zu drei Stunden, bis ein Bild aufgebaut ist und dafür geht es an anderen Tagen mit einem weiteren Motiv viel schneller. Da ich leider nicht den ganzen Tag damit verbringen kann, Bücher zu stapeln, verändere ich jeden Aufbau ein wenig und versuche mehrere Bilder damit zu machen, auf die ich später zurückgreifen kann.
Für die Bearbeitung brauche ich meistens ca. 30 Minuten. Ich denke im Schnitt dauert damit jedes Bild ungefähr eineinhalb Stunden und dann muss ich mir noch einen geeignete Caption überlegen und sie schreiben. 🙂

3. Nutzt du spezielles Foto-Equipment für deine Bilder? Kann man auch ohne schöne Ergebnisse erzielen?
Ich nutze eine Kamera, ein Stativ und habe mehrere weiße Tücher, die ich aufhänge um eine schöne Belichtung ohne nervige Schatten zu bekommen. Außerdem habe ich Softboxen, die ich allerdings so gut wie nie verwende, da ich am liebsten bei Tageslicht fotografiere und künstliche Lichtquellen meide.
Die meisten Handykameras sind so gut, dass man nicht unbedingt eine andere Kamera braucht. Natürlich kommt es darauf an, wie hoch die Ansprüche sind, aber mit dem Handy, genügend Licht und einem Tuch kann man definitiv tolle Bilder zaubern.
Wer Bilder mit sich und einem Buch machen möchte, dem empfehle ich auf jeden Fall einen Fernauslöser. Er erleichtert sehr viel, egal mit welchem Gerät man fotografiert.

4. Hast du ein Studio für deine Bilder? Oder liegen bei dir einfach permanent die schönen Bücherstapel herum?
Ein Studio wäre sicher praktisch, ich habe aber keines und die Bücher stapeln sich meistens im Esszimmer an der Wand. Nicht selten muss für ein Bild der Tisch weggeschoben werden oder es steht eine Bücherwand mitten im Raum. Das Regal ist gleich nebenan im Wohnzimmer. Die Bücher befinden sich nicht oft an ihrem richtigen Platz und wenn Freunde zu Besuch kommen, halten sie mich wahrscheinlich manchmal für verrückt, wenn sie die Bücherberge sehen, die jedes Mal anders aufgebaut sind.

5. Wie hast du deinen Hund zu so einem perfekten Bookstagram-Model trainiert?
Als Maja mit acht Wochen zu uns kam, habe ich sie gleich am Anfang vor das Regal gesetzt und sie dort mit Keksen bestochen. Als Welpe war es schwierig, sie zum Sitzenbleiben zu bewegen, aber sie lernte schnell. Da Impulskontrolle wichtig ist, haben wir zu Beginn oft geübt, dass sie den Keks nicht von sich aus nehmen durfte, sondern auf ein Kommando wartete. Das war bei uns zwingend notwendig, da zu der Zeit immer wieder Giftköder in unserer Gegend ausgelegt wurden. Damit es nicht langweilig wurde, haben wir ständig mit anderen Situationen geübt und ihr dazu neue Kommandos beigebracht, bei denen sie warten musste.
Maja ist außerdem immer gerne dort, wo ich auch bin. Sie kuschelt viel, ist neugierig, motiviert und könnte den ganzen Tag essen. Wenn ich die Kamera in die Hand nehme, rennt sie inzwischen schon zum Regal und setzt sich wartend davor, denn es könnte ja gleich einen Keks geben. 😛

6. Wie kommst du auf neue Ideen für deine Bilder?
Das ist ganz unterschiedlich. Manchmal schießt eine Idee plötzlich durch meine Gedanken, obwohl ich etwas ganz anderes mache. Oft rede ich auch mit meinem Bruder darüber und im Gespräch entstehen neue Ideen oder ich suche auf Pinterest nach Bildern mit Türmen aus Bauklötzen. Außerdem sammle ich auch viel Inspiration bei anderen Buchbloggern auf Instagram. Manchmal entsteht daraus etwas ganz Anderes oder ich frage, ob ich etwas Ähnliches machen darf, wenn ich den Urheber des ursprünglichen Bildes verlinke.
Hin und wieder sehe ich auch ganz andere Dinge im Alltag, aus denen eine Idee für ein Bild wird. Zum Beispiel gestern habe ich eine Hundehütte gesehen und überlege gerade, ob ich für ein Bild eine aus Büchern für Maja baue. 😀

7. Was würdest du allen raten, die auch schöne Buchbilder machen möchten, aber noch nicht so viel Erfahrung haben wie du? Wie findet man einen guten Einstieg?
Als Erstes finde ich es wichtig, dass man sich nicht selbst unter Druck setzt. Aller Anfang ist schwer und das kann manchmal entmutigend sein. Aber jeder hat irgendwann bei Null angefangen und Spaß und Austausch sollten immer an erster Stelle stehen. 🙂
Zu Beginn könnte man vielleicht bei anderen Accounts schauen, welche Stilrichtung einem gefällt. Es gibt eine große Bandbreite von Vintage, Pastell, Bücher und Pflanzen, bis zu kunterbunt oder minimalistisch. Vielleicht liegt einem aber auch gar nichts davon und man möchte einfach viel ausprobieren. Richtig oder falsch gibt es da nicht und auch kreatives Chaos kann toll aussehen.
Als nächstes würde ich nach einem Filter Ausschau halten. Es gibt viele Bearbeitungsapps wie VSCO oder Snapseed, die eine große Auswahl haben. Wenn man sich schon mit Lightroom auskennt kann man dort tolle Presets erstellen oder kaufen.
Dann kommt das allerwichtigste: Ein Buch, über das man reden möchte. Legt es auf einen schönen Untergrund, stellt möglicherweise ein klein wenig Deko (z.B Kerzen, Tassen, Lesezeichen) dazu und schon kann es losgehen. 😀
Ich persönlich finde es immer gut, wenn die Farben auf einem Bild zusammenpassen, es schön belichtet und nicht verpixelt ist. 🙂

8. Die Kaffee/Tee-Tasse: Zu viel Klischee oder absolutes Geht-Immer-Bild-Accessoire?
Ich finde Tassen gehen immer. Tee und Kaffee strahlen genau wie Bücher, Decken und Lichterketten Gemütlichkeit aus. Für mich gehört deshalb alles zusammen. Und was gibt es Schöneres, als eingekuschelt mit einem Buch auf der Couch zu sitzen und nebenher ein warmes Getränk zu genießen. 😀

9. Welchen anderen Buch-Fotograf*innen folgst du am liebsten?
Das ist nur eine kleine Auswahl, es gibt noch so viele mehr, die wunderbare Bilder machen oder inspirierende Texte schreiben. 😀
@bookslove128
@bibibuecherverliebt
@_micbook_
@alexandra_nordwest
@annafuchsia
@nubsis_kleinebuecherhoehle
@waystowrite_
@justine_thereadingmermaid

Alexandra / @readpackblog

Auf Alexandras Kanal @readpackblog sieht man zwischen vielen Buchfotos auch tolle Naturaufnahmen. Warum sie ihre Bilder oft sehr einfach gestaltet, welche Rolle der Text zu den Bildern für sie spielt, welche Dinge man beim Fotografieren unbedingt beachten sollte und vieles mehr berichtet sie im Interview!
Alexandras persönliches Lieblingsfoto ist das zum Roman „Der Sprung“ von Simone Lappert. Sie sagt: „Schon beim Lesen musste ich immer daran denken, wie cool es wäre dieses Buch auf eine Dachkante zu stellen, so als würde es gleich springen wollen beziehungsweise wäre schon mitten im Sprung. Eben wie die Protagonistin im Roman. Es sollte aussehen, als wäre das Buch gerade wirklich kurz vor dem Fall. Dieses Bild habe ich dann gut geplant und es wurde einfach perfekt. Die Farben strahlen, alles ist klar und genau so scharf bzw. unscharf wie es sein sollte. Und durch einen kleinen Trick sieht es nun wirklich magisch aus 🙂 Ich bin nur froh, dass mir das Buch bei der Aufnahme nicht vom Dach gefallen ist.“

1. Was kam bei dir zuerst – der Blog oder Bookstagram? Siehst du deinen Bookstagram-Account als Ergänzung zu deinem Blog oder andersherum? Wie hat sich das entwickelt?
Meinen Blog gab es lang vor dem Bookstagram-Account und selbst als ich diesen angelegt hatte, wollte ich mich zunächst nicht sonderlich intensiv damit beschäftigen. Die Begeisterung für Bookstagram kam dann schleichend. Ich habe gemerkt wie spannend, direkt und persönlich die Interaktionen über meinen Instagram-Kanal sind, die Kommunikation über den Blog war immer deutlich anders. Außerdem habe ich mit der Zeit immer mehr Begeisterung für die Fotografie entwickelt und kann das in Bookstagram stärker ausleben.
Mittlerweile stehen beide Plattformen für mich ziemlich gleichwertig nebeneinander. Mein Blog zeigt gut, was ich kann und schon erreicht habe, meine Rezensionen dort sind in der Regel deutlich länger. Bookstagram ist mein Platz für Kreativität, alltägliche Updates und kürzere Rezensionen. Das ergänzt sich in meinen Augen ganz toll.

2. Deine Bilder sind oft einfach gehalten – ist weniger mehr und warum?
Das ist natürlich eine Frage vom persönlichen Stil und Geschmack. Klar können auch Bilder toll aussehen, auf denen jeder Quadratzentimeter der Bildfläche opulent dekoriert wurde. Das ist in Bookstagram ja schon beinahe eine eigene Kunstform. Mein Stil ist es aber einfach nicht. Ich liebe es, wenn die Bilder eine gewisse Klarheit ausstrahlen, Platz für das Buch lassen und mit wenigen Details Aufmerksamkeit erregen. Für mich soll das perfekte Bild möglichst den Blick ganz natürlich auf das Wichtigste lenken und die Möglichkeit bieten sich darauf zu konzentrieren
Das war und ist aber auch ein Prozess. Ich experimentiere viel und probiere nicht selten 2-3 verschiedene Motive, ehe ich mit dem Bild für ein Buch wirklich zufrieden bin. Wirkt das Bild schick oder zu leer? Ist diese Variante überfrachtet oder unterstreicht sie spannende Aspekte des Romans? Man kann nicht pauschal sagen das weniger auch „mehr“ ist, aber in der Regel begeistre ich mich eher für schlichte, klare Motive.

3. Greifst du den Inhalt bzw. die Atmosphäre des Buches in deinen Bildern auf? Wie machst du das?
Ja, definitiv versuche ich in meinen Bildern die Atmosphäre, Details des Inhalts oder andere Aspekte eines Romans aufzugreifen! Oft ergibt sich das schon beim Lesen. Häufig habe ich immer wieder bestimmte Szenen im Kopf, die für mich DER Kern der Geschichte sind. Diese Szenen versuche ich einzufangen. Dazu suche ich mir ein Setting, das dem im Buch ähnelt, versuche das Cover fortzuführen oder ein bestimmtes Gefühl zu transportieren. Das ist oft gar nicht so einfach, klappt aber mit der Zeit immer besser.
Mein Mann und ich machen immer mal Fototouren. Dabei haben wir schon Bücher kreuz und quer durch Frankfurt geschleppt und ich freue mich jedes Mal, wenn sich ein tolles Motiv ergibt, das ein Thema des Buches einfach perfekt ergänzt.

4. Auf deinem Bookstagram-Account geht es nicht nur im die Bilder, du postest auch regelmäßig ausführliche Rezensionen zu deinen gelesenen Büchern. Was ist dir wichtiger – die Bilder oder die Texte? Und wofür brauchst du beim Vorbereiten deiner Posts länger?
Das ist für mich keine entweder-oder Situation: wunderschöne Bilder, zu denen nie etwas Spannendes geschrieben wird, verlieren für mich schnell ihre Faszination und interessante Texte, die von langweiligen Bildern begleitet werden, werden vielleicht gar nicht erst gelesen. Instagram ist eine schnelle Plattform, ein Bild muss es schaffen, dass die User*innen sofort neugierig genug sind, um zumindest einen kurzen Blick auf den Text zu werfen. Und der Text muss interessant genug sein, damit sie dann auch hängen bleiben.
Obwohl meine Fotos schon manchmal aufwändig sind und auch die Nachbearbeitung ganz schön viel Zeit brauchen kann, sind die Rezensionen doch das, was insgesamt mehr Zeit beansprucht. Ich drehe und wende immer wieder, was ich über ein Buch erzählen möchte. Im Blog habe ich dafür theoretisch unbegrenzt Platz, Instagram lässt mir nur 2.000 Zeichen um zu sagen warum ich ein Buch sehr genossen habe oder es ganz furchtbar fand. Da muss ich auf den Punkt kommen und die Aspekte hervorheben, die das Buch zu etwas Besonderem machen.

5. Welche Themen möchtest du mit deinen Bildern und Rezensionen ansprechen? Was ist dir als Bookstagrammerin und Buchbloggerin wichtig?
Themen, die in meiner Buchauswahl immer wiederkehren und mir wirklich wichtig sind, sind Inklusion und intersektionaler Feminismus. Das klingt vielleicht ein bisschen sperrig aber ich möchte einfach für Empowerment stehen! Es begeistert mich Bücher mit Figuren abseits der „langweiligen Norm“ vorzustellen, solche in denen sich alle Leser*innen wiederfinden. Das möchte ich noch weiter verstärken.
In meinen Storys habe ich schon oft von der teils diskriminierenden Darstellung von Menschen mit Behinderungen in der Literatur berichtet. Daraus haben sich unheimlich viele tolle Gespräche ergeben und ich freue mich, dass meine Follower*innen diesen Perspektivwechsel so spannend finden.
Und natürlich möchte ich grundsätzlich Lust aufs Lesen machen, das ist die Basis von allem was ich hier tue. Ich lese Bücher aus den verschiedensten Genres und nehme meine Follower*innen auf dieser Reise mit. Vom spannenden Krimi über Familienromane (ich habe ein Faible für „düstere Geheimnisse“, obwohl das ja ein ziemlich ausgelutschtes Klischee ist) und anspruchsvolle Dramen bis zu politischen Sachbüchern ist alles dabei.

6. Was ist beim Fotografieren zu beachten? Z.B. der richtige Winkel, eine gute Perspektive, das richtige Licht, die richtigen Farben, der richtige Hintergrund etc.?
Es gibt beim Fotografieren nicht DAS eine Geheimnis, das alles besser macht und plötzlich kann man gute Fotos machen. Bei mir begann es damit, dass ich mir die Kamera meines Mannes geschnappt habe und anfing mich mit der Technik zu beschäftigen. Ich habe festgestellt, dass ich es liebe mit offener Blende zu fotografieren, dann sieht der Hintergrund leicht unscharf verschwommen aus und alles strahlt ein bisschen. Diese Optik hatte es mir angetan und ich habe damit immer mehr herumexperimentiert. So kam ich von einem zum nächsten Thema, beschäftigte mich mit ISO, Verschlusszeiten, Brennweiten, Weißabgleich, Nachbearbeitung und so weiter.
Klar hilft ein helles, natürliches Licht, das keine harten Schatten wirft (möglichst nicht zur Mittagszeit, denn „Zwischen 12 und drei, hat er Fotograf frei!“), aber auch das kann gewollt für einen bestimmten Effekt in einem Bild eingesetzt werden.
Für mich ist das wichtigste wohl, dass man sich vorher damit beschäftigt, was man erreichen möchte und ein Bild geplant angeht. Zwar kann sich aus der Bewegung ein Schnappschuss ergeben, aber vorher muss ich viele Entscheidungen treffen, die mir erst ermöglichen dann ein richtig gutes Foto zu machen.
P.S. Mein Geheimtipp: fotografiert zur goldenen Stunde kurz vor dem Sonnenuntergang. Das Licht ist dann wirklich magisch und verändert sich mit jeder Minute ein wenig, da ergeben sich eigentlich immer tolle Bilder und jedes Portrait wird strahlend.

7. Ab und an bist du auch selbst im Bild – gibt es dafür ganz bestimmte Anlässe? Und wer macht dann das Foto?
Das erste Foto von mir ist für die #meettheblogger Challenge entstanden. Da wollte ich unbedingt mitmachen und als erste Aufgabe musste man sich mit einem Foto vorstellen. Das hatte ich mich vorher nie getraut. Jetzt bin ich da lockerer, mittlerweile gibt es immer mal ein Foto von mir, aber in der Regel keinen konkreten Anlass mehr dafür. Das entscheidet sich ganz spontan.
Ich habe das Glück, dass ich einen ziemlich begabten Fotografen zu Hause habe. Das Hobby der Fotografie teile ich mir nämlich mit meinem Mann und alle Fotos auf denen ich zu sehen bin, werden von ihm gemacht. Die sind mittlerweile manchmal so gut, dass ich schon mehrmals gefragt wurde welche Agentur die Bildrechte meiner Portraits hat 🙂
Zur letzten Frankfurter Buchmesse hat er mich auch mit der Kamera begleitet und während meiner Pressetermine tolle Fotos von den Ständen geschossen. Einen besseren #instahusband könnte ich mir nicht vorstellen.

8. Welchen anderen Bookstagrammer*innen folgst du am liebsten?
Puh, das ist eine gemeine Frage. Es gibt so viele tolle kleine und große Accounts, dass ich etwas „liebstes“ sooo schwer festlegen kann. Meine Top 4 (ich konnte mich nicht auf 3 beschränken, Sorry!) sind wohl @pinkfisch_royal, @paper.and.poetry, @victorialinnea11 und @fuxbooks und die haben eine tolle Mischung aus spannenden Buchtipps und wunderschönen Fotos.

9. Fotografierst du lieber drinnen oder draußen?
Ich habe Spaß an Flatlays und die sind drinnen natürlich praktischer zu fotografieren. Aber bis auf diese Ausnahmen fotografiere ich eigentlich lieber draußen. Da ergeben sich meist von allein spannende Hintergründe und das Licht verändert sich immer wieder leicht, so dass ein Bild plötzlich perfekt aussieht. Seit ich begonnen habe mich mit der Fotografie zu beschäftigen, sehe ich eigentlich überall potenzielle Fotomotive. Da wird selbst der normale Spaziergang spannend. Eines meiner Lieblingsfotos ist auf dem Heimweg von einem Shooting entstanden. Ich war im Winter sehr früh unterwegs um den Sonnenaufgang zu fotografieren und habe dann bewundert wie der Raureif die Pflanzen am Weg überzieht.

Jessi / @witcherybooks

Jessis Bookstagram-Account @witcherybooks ist magisch! Ihr Lieblingsgenre Fantasy lässt Jessi nämlich gerne in die Gestaltung ihrer fantasievollen Bilder einfließen. Im Interview erzählt sie uns, wie sie in ihren Bildern ihre Leidenschaft für Mode mit ihrer Bücherliebe verknüpft, wo sie sich inspirieren lässt und warum es für sie keine Do’s und Dont’s bei der Buch-Fotografie gibt.

Jessi liebt all ihre Bilder, aberam meisten im Gedächtnis bleiben die, die sie mit ihrer Freundin Larissa (@reading_into_worlds) macht. „Da hängen einfach so viele tolle Erinnerungen dran!“

1. Warum sind Buch-Bilder für dich wichtig? Welche Rolle spielen die Bilder für die Präsentation eines Buches?
Buch-Bilder geben, meiner Meinung nach, dem Buch ein ganz anderes Forum als beispielsweise einfach nur ein Cover. Gerade die Kreativität von verschiedenen Installationen bieten einen anderen Spielraum und bereichern die Präsentation des Buches. So kann auf den Inhalt eingegangen werden, oder auch einfach „nur“ eine gewisse Ästhetik entstehen. Und das finde ich einfach super wichtig, nicht nur für Blogger, sondern auch für Verlage.

2. Wieso hast du entschieden, dich selbst mit in die Bilder zu nehmen? Was macht dir besonders Spaß am “Modeln” mit Büchern?
Ein ganz einfacher Grund: es ist sehr viel einfacher, ein Buch zu halten, als ein Flatlay oder ähnliches zu machen. Und ich denke, dass man dadurch natürlich auch Wiedererkennungswert hat, denn man ist ja mit drauf. Mir machts aber auch Spaß, meine Klamotten passend zu den Büchern zu wählen, da ich Mode gerne mag und meine Leidenschaften miteinander verknüpfen möchte.

3. Wie lange brauchst du in der Regel für ein Foto? Wie viel Zeit nimmt das Bearbeiten der Bilder in Anspruch?
Das ist immer ganz unterschiedlich: manchmal geht es ganz schnell innerhalb von 15 Minuten. Aber manchmal brauche ich für Bild und Bearbeitung so 2-3 Stunden, je nachdem, wie aufwendig das Ganze ist.

4. Apropos Bearbeitung: Viele deiner Bilder sind ja sehr kreativ und aufwendig bearbeitet. Wie bist du auf die Idee gekommen, teils fantastische Szenen nachzustellen? Wo holst du dir Inspiration für dafür?
Ich glaube, weil mein Lieblingsgenre Fantasy ist und bleibt und es mir irgendwann nicht mehr reichte, einfach „nur“ ein Buch zu nehmen und es zu fotografieren. Ich wollte die Magie, die ich beim Lesen wahrgenommen habe, mit auf das Bild transportieren. Zudem finde ich Bildbearbeitung super spannend und probiere gerne herum. Da ist es auch schon einmal vorkommen, das etwas ausversehen passiert ist.
Inspiration hole ich mir direkt aus den Büchern. Aber Pinterest und Instagram sind auch echt gute Anhaltspunkte. Da speichere ich mir alles, was mich inspiriert.

5. Was empfiehlst du allen, die mit wenig Foto- und Bearbeitungs-Equipment einen Bookstagram-Account starten wollen?
Einfach machen. Fast jedes Handy besitzt heute eine gute Kamera und solange die Bilder hochwertig sind, dürfte da eigentlich nichts schiefgehen. Außerdem gibt es viele coole kostenfreie Apps, die sehr einfach zu bedienen sind, wie z.B. PicsArt oder Snapseed.

6. Was sind absolute Do’s und Dont’s beim Fotografieren von Büchern?
Es gibt eigentlich für mich keine Dos and Don’ts, weil jeder das machen sollte, was ihm am meisten gefällt. Ich würde allerdings immer auf eine gute Qualität achten, denn Qualität ist wichtiger als Quantität. Das ist alles.

7. Gibt es etwas, das du an Instagram als Buch-Plattform ändern würdest?
Ja, ich wünschte, dass es auf Instagram mehr Diversität und unterschiedliche Bücher gibt. Leider ist es oftmals so, dass immer wieder die gleichen Titel große Aufmerksamkeit bekommen und das finde ich mega schade, da es ja so viele wunderbare Bücher gibt.

8. Hast du Tipps für alle, die E-Books auf ihrem Bookstagram-Profil zeigen möchten? Wie würdest du sie inszenieren?
Genauso wie ein physisches Buch auch: Flatlay, an einen Stapel rangelegt oder oder oder. Ich finde da muss man keinen Unterschied machen.

9. Welchen anderen Buch-Fotograf*innen folgst du am liebsten?
Wo soll ich da anfangen? Und wo soll ich aufhören? Ich kann echt nicht sagen, wem ich am liebsten folge, aber hier einmal eine kleine Auswahl:
@bunteschwarzweisswelt
@misspaperback
@reading_into_worlds
@fantasticbooksandwheretofindthem
@_bookaholicgroup_
@frombeewithlove
@juanitasreadingcafe
@thebookorder
@everywherebooksandtea
@booknator
@hannahleblondauthor

Ein ganz herzliches Dankeschön an alle Expert*innen für diese ausführlichen, offenen und hilfreichen Antworten!

Was haben wir vergessen?

Haben Sie weitere Fragen an unsere Expert*innen? Möchten Sie eigene Buchfoto-Tipps teilen? Oder wollen Sie uns wissen lassen, mit welchen buchigen Fotos Sie jetzt sofort loslegen? Dann freuen wir uns auf Ihre Kommentare!

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4 Kommentare zu “So machen Sie gute Buchfotos!

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